Unsere Kirchen - eine kleine historische Betrachtung

Altenhain

Die St. Johanniskirche zu Altenhain wurde 1786/87 als klassizistische Saalkirche mit einem eingezogenen quadratischen Westturm gebaut. Zuvor stand an dieser Stelle über Jahrhunderte eine romanische Kirche. Bereits 1889 wurde der Kirchenbau äußerlich verändert. Nach Plänen von Christian Gottfried Schramm ist der Turm  durch eine langgezogene Spitze erhöht worden. Umfassende Renovierungen gab es 1933, 1993 und schließlich 2010. Bei der letzten Renovierung erhielt die Kirche ihre ursprüngliche farbliche Gestalt zurück.

Im Inneren prägen vor allem der klassizistische Kanzelaltar, die Herrschaftsloge sowie die geschwungene Orgelempore den Kirchenraum. Der Renaissance-Taufstein aus Rochlitzer Porphyrtuff wurde um 1550 gefertigt. Die Orgel ist von der Fa. Schmeisser aus Rochlitz gebaut worden. Bemerkenswert ist der Totenschild der Familie von Große von 1686 am Prospekt der Orgel.

 

Ammelshain

Die Kirche zu Ammelshain ist eine romanische Chorturmkirche, die um 1250 erbaut worden ist. Ihr Grundriss ist mit rechteckigem Kirchenschiff, eingezogenem Chorturm und halbrunder Apsis typisch für den romanischen Dorfkirchenbau in der Region. Der Turm hat im oberen Bereich die typischen gekuppelten romanischen Fenster.

Im Kircheninneren sind Emporen an drei Seiten, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die Orgel ist von Conrad Geißler (Eilenburg) von 1883. Bemerkenswert sind im Altarraum die spätgotische Sakramentsnische sowie die barocken Grabdenkmäler der Familie Thumshirn, besonders das figürlich gestaltete Epitaph für Christiane Sophie Thumshirn (gest. 1725) aus grauem und weißem Marmor.

Die beiden Glocken wurden 2005 neu gegossen. 2008 erfolgte eine umfassende Außensanierung der Kirche.

 

Seelingstädt

Die Kirche zu Seelingstädt ist eine romanische Chorturmkirche, die in ihren Ursprüngen um 1300 entstanden ist. Das Kirchenschiff wurde 1717 nach Westen verlängert, eine große Herrschaftsloge mit darunterliegender Gruft wurde südlich angebaut. Der Kirchturm wurde 1783 verändert und mit einer barocken Turmhaube abgeschlossen. 1874 ist die Kirche umfassend saniert und teilweise verändert worden. Die Eingänge an der Nord- und Westseite versah man jeweils mit einer Vorhalle, der Triumphbogen zwischen Kirchenschiff und Altarraum wurde erhöht und die Empore erneuert. Die letzte Kirchensanierung im Jahr 2000 behielt den Kellenputz an Turm und Kirchenschiff bei.

Das Kircheninnere wird geprägt durch die blau-weiße bäuerliche Bemalung an Emporen, Gestühl, Kanzel, Taufe und Orgelprospekt. Im Altarraum ist ein Kreuzgratgewölbe. Die Orgel wurde 1874/75 von Nicolaus Schrickel gebaut.

 

Stadtkirche Trebsen

Am Flußübergang über die Mulde wurde im 11. Jh. Eine Burg (heute Schloß Trebsen) und eine Kirche mit Wohnsiedlung entstanden.

  • Zunächst einfache Holzkirche, der massive Steinbau stammt um 1150, Kircheninnenraum war so wie Frauenkirche Grimma eine dreischiffige Basilika, ein Fenster über Judithstein ist noch ein romanischer Rest aus dieser Zeit.
  • Zur romanischen Kirche gehörte bereits der Judithstein: ein Grabstein für ein junges Mädchen, das zwischen 1150 und 1170 gestorben sein muß. Das Buch des Lebens, das sie in den Händen hält verrät, daß sie Judit heißt und am 25. März gestorben ist. Es ist einer der ältesten romanischen Grabsteine in Sachsen.
  • Im Spätmittelalter, also um 1500 wurde die Kirche verändert. 1518 wurde anstelle der romanischen halbrunden Apsis, eine großer spätgotischer Altarraum mit nördlich anschließender Sakristei gebaut. Die Stützpfeiler außen deuten darauf hin, daß im Chorraum ein Gewölbe geplant war, das durch die einsetzende Reformation nicht mehr zum Zuge kam.

Geplant war ein Zellengewölbe, wie es im Trebsener Schloß und hier in der Sakristei zu sehen ist. Die Zellengewölbe deuten auf eine Verbindung zum Bischof von Meißen hin. Um 1500 war der Bruder des Meißner Bischof, Georg von Salhausen hier Schloßbesitzer. In der Sakristei ist an der Ostwand noch ein sogenanntes Lavarium zu sehen, es diente dem Priester zur Waschung der liturgischen Geräte.

  • Die Sakristei wurde im 19. Jahrhundert Patronatsloge, das Wappen der Familie von Zimmermann darüber verrät das noch, in den 50er Jahren wurde sie zum Kriegergedächtnis umgebaut. Das Gedächtnisfenster wurde von Alfred Wittber 1953 geschaffen. Der Einbau war damals im KV umstritten, weil das Fenster einen Soldatenfriedhof zeigt.
  • Die Fenster im Altarraum stammen von 1912 und zeigen in der Mitte den auferstanden Christus rechts und links sind die Stifter zu sehen. Es ist die Trebsner Fabrikantenfamilie Wiede: Anton mit seiner Frau und rechts Johannes Wiede mit seiner Frau und dem neugeborenen Kind Johannes Anton. Der Großvater starb kurz nach der Geburt des Enkels. Aus Dankbarkeit wurden der Kirche diese Fenster gestiftet.
  • Der Kruzifix in der Mitte ist spätgotisch, stammt aber aus dem Raum Borna und wurde erst in den 80er Jahren hierher nach Trebsen gebracht.
  • Die Grabsteine im Altarraum zeigen Angehörige der Familie von der Schulenburg, die während des 30Järigen Krieges hier Schloßbesitzer waren. Die Steine wurden in den 80er Jahren bei Bauarbeiten im Fußboden des Altarraumes gefunden und hier aufgestellt.
    Im Altarraum fällt vor allem das Deckengemälde auf. Es zeigt die Himmelfahrt des Elia und stammt von 1701 und wurde von dem Trebsner Maler Johann Nikolaus Wilke geschaffen. Dr Engel kommt nicht in der Bibel vor und könnte vielleicht ein Angehöriger der Stifterfamilie sein.
  • Die Orgel ist ursprünglich eine Orgel der Firma Eule (Bautzen), sie wurde zur Konfirmation des Sohnes Johannes Anton Wiede, den Papierfabrikanten, 1926 gestiftet.
  • Besonders ist noch die zweite Empore, dort sehen sie noch die ursrpünglichen Männerstühle von 1755. Männer saßen in Kirchen immer oben, Frauen unten.
  • Zum Kirchturm ist noch zu sagen: 1552 wurde er an der Westseite der Kirche errichtet und hatte eine langgezogene Spitze. Der brannte 1729 ab, zerstörte damit auch teilweise das Pfarrhaus. Damit wurde 1731 die barocke Zwiebelhaube dem Trebsner Turm „aufgesetzt“. Sie wurde von dem Trebsner Zimmermeister Johann Gebhard gebaut.

 







Donnerstag, 17. August 2017:

Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Psalm 34,20

Paulus schreibt: Als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf.
1.Thessalonicher 2,2


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